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Frauenquote erfüllt! Alexandra Knoke ist „die Neue“ im CSD-Vorstand

Dank ihrer Wahl gibt es jetzt mehr Frauen als Männer im Vorstand des Berliner CSD e.V.: Alexandra Knoke. Sie spricht über den 40. Berliner CSD, Diversität und lesbische Sichtbarkeit

© CSD Berlin e.V.

Die neu gewählte Vorständin Alexandra Knoke (li.) mit ihren KollegInnen © CSD Berlin e.V.

17.12.17 – Nächsten Sommer feiern wir den vierzigsten Berliner CSD! Und passend zum Jubiläum, tut sich jetzt schon einiges beim CSD e. V.: Seit Ende November sitzen mehr Frauen als Männer im Vorstand des Vereins. 

Was das für die Gestaltung des CSD und der Frage nach mehr Diversität bedeutet, haben wir Alexandra Knoke gefragt, die neu in den Vorstand gewählt wurde

Alexandra, was planst du für deine Mitarbeit am CSD? So umfassend unser Motto für den CSD Berlin 2018 ist („Mein Körper – meine Identität – mein Leben“), so inklusiv wünsche ich mir auch den 40. CSD. Daher habe ich bei der Mitgliederversammlung versprochen, für alle Ideen, aber auch für alle Bedenken ein offenes Ohr zu haben. Zudem möchte ich meine Erfahrungen in der Organisation von Großveranstaltungen einbringen. Es ist in den letzten drei Jahren sehr gute Arbeit geleistet und Schulden abgebaut worden. Jetzt ist es an der Zeit, den CSD auf stabile, nachhaltige Beine zu stellen. Und natürlich möchten wir den 40. CSD zu etwas Besonderem machen – hier sind wir im Brainstorming-Prozess.

Mit dir sind nun mehr Frauen als Männer im Vorstand des CSD e. V. – ein Schritt zu mehr lesbischer Sichtbarkeit? Natürlich freuen wir uns darüber, eine hohe Präsenz an Lesben im Vorstand zu haben – und das wird auch in unserer (Zusammen-)Arbeit zu spüren sein. Aber grundsätzlich vertreten wir die Community in all ihrer Vielseitigkeit und werden das auch in aller Euphorie über die „Frauenmehrheit“ nicht vergessen. Doch so wie in den letzten Jahren bestimmte Themen wie die Ehe für alle oder Transphobie in den Vordergrund gerückt wurden, kann es sicher nicht schaden, wieder zu mehr Sichtbarkeit von Lesben aufzurufen. Das wurde in den letzten Jahren vernachlässigt. Übrigens sind im engeren CSD-Orgateam schon seit längerem mehr Frauen als Männer vertreten.

Was bräuchte es für die CSD-Orga noch, um diverser zu werden? Ich würde mir wünschen, dass gerade diejenigen, die die Präsenz oder die Inhalte des CSD kritisieren, sich z. B. an den CSD-Foren beteiligen. Hier gibt es eine demokratische Einbindung in inhaltliche Entscheidungsprozesse. Es geht bestimmt immer noch ein bisschen vielfältiger und inklusiver – wir freuen uns über jede*n, der*die sich in der Vorbereitung oder am Tag des CSD Berlin engagieren möchte! Ende Januar 2018 wird im Café Ulrichs das nächste offene Forum stattfinden. Dort basteln wir an den Themen, für die wir 2018 auf die Straße gehen.

Wird der vierzigste CSD anders als die zuvor? Klares Ja – jeder CSD ist anders als der vorigen. Aber vor allem ist der CSD das, was jede*r für sich daraus macht. Wir versuchen „nur“, eine möglichst stabile Plattform zu bieten, in der sich alle wiederfinden. Jubiläen sind dazu da, Politiker*innen daran zu erinnern, dass wir noch lange nicht angekommen sind.

Interview: Franziska Schultess

Offenes Treffen CSD e. V., 22.01., 19:00, Café Ulrichs




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