STILLE NACHT

Jurassicas Weihnachtskolumne: Familie, Feste, Fisten

Jurassica Parka verrät, wie und womit sie am liebsten die Weihnachtstage und -nächte verbringt

21.12.17 – Hallo du Weihnachtspuppe. Noch keinen Plan, was du so über die Festtage anstellen sollst? Keine Sorge, ich bin dein Navigator, raus aus der Weihnachts-Depression. Traditionell feiere ich Heiligabend schon am 23.12. mit meinen Eltern, meinem eingetragen Verlebenspartnerten Klaus und Hund Putin im Eltern-Häuschen in Rudow. Das ist da ganz unten von Berlin, da wohnen viele AfD-Wähler hinter gerafften Gardinen, LED-Lichterketten und gepflegten Vorgärten. In Rudow ist es schlimmer, freitags den gelben Sack mit Plastikmüll nicht rauszuhängen, als den Ehemann in der Tiefkühltruhe aufzubewahren. Trust me. Der Wahnsinn wohnt im Spießbürgertum. Sagt auch mein Therapeut.

Meine Eltern sind natürlich begeisterte Transvestiten-Eltern, die hab ich jahrelang zu Regenbogenmenschen umerzogen. Ich verzettele mich. Wir machen immer schon einen Tag früher Bescherung, da ich oft über Weihnachten viele Jobs habe. Das ist sehr praktisch als Unterhaltungstechnikerin. Du entkommst allen Familienfesten und hast sogar eine Ausrede, die nicht mal gelogen ist. „Du, ich kann leider nicht mit nach Teltow zu Inge und Horst … ich muss in die Disko.“
Für den 23. habe ich eigentlich Karten für die Komödie am Kurfürstendamm geschenkt bekommen. Désirée Nick spielt „I feel betta with Lametta“. Ich geh da auf keinen Fall hin. Désirée Nick ist für mich die Nina Queer der Heten. Ein seelefressender Misanthrop, den man zu Weihnachten nun wirklich nicht braucht. Und immer dasselbe Programm, nur in einer neu geschlachteten Haut. Stattdessen gehen wir nach der Weihnachtsgans ins BKA zu „Ediths Glocken“. Jedes Jahr aufs Neue zieh ich mir den Mist rein. Ich liebe es. Danach wird in Rudow gesoffen bis Markus Lanz anfängt.

Am 24. solltest Du ins Rauschgold gehen. Da spielt meine guten Freundin Sally Morell ihre Show „Sallys Crash-Mas“, bereits im 10. Jahr und mit vielen guten Freundinnen und Kollegen auf der Bühne. Und danach möchte ich mit Dir noch schnell im Quälgeist vorbei! Da ist „SM am Heilig Abend“! Herrlich! Wird in meiner Hitliste der Besinnlichkeit nur noch vom großen Auferstehungsfisten zu Ostern im Lab übertroffen. Am 25. bin ich zwar in Bremen auf einer Schwuppenparty, aber wäre ich in Berlin, dann ginge ich ganz bestimmt ins Erna P! Das ist ne relativ neue kleine süße Nachbarschaftskiezkneipe auf der roten Insel in Schöneberg. Erna ist eine sehr patente Wirtin. Und die Preise sind äußerst moderat.

Am 26. würd ich wahnsinnig gerne zum Kriminalstück „Tod auf dem Nil – Hercule Poirot ermittelt“ gehen. Das ist aufm Dampfer – und ich liebe Agatha Christie! Aber mal gucken, ob ich’s schaffe. Vielleicht sehen wir uns ja stattdessen beim Gay Tantra-Training im Centro Delfino. Nach Weihnachten brauche ich immer dringend multiple Orgasmen. Wenn ich schon nicht fisten durfte, sollte doch wenigstens DAS drin sein. Oh, eben lief meine Mutter am Rechner vorbei und las den Satz übers Fisten. Jetzt ist mir endlich wirklich so richtig weihnachtlich.
Alles Gute für dich und deine Lieben um dich herum, deine Jurassica




Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK