TV-CHECK DER WOCHE

„YE/The Night“ – Freier, Stricher und die Liebe

Als wär's ein Stück von Jean Genet. Mit poetischen Bildern besticht der Debütfilm von Zhou Hao. Sein Thema: die Suche nach Nähe statt Sex

© WDR/Coproduction Office

Tuberose (Zhou Hao) wartet jede Nacht auf Freier © WDR/Coproduction Office

18.11.17 - „YE/The Night“ ist der ungewöhnlich poetische Debütfilm des jungen chinesischen Regisseurs Zhou Hao, der auch die Hauptrolle des Sexarbeiters übernommen hat: Jeden Abend bewundert sich der junge Narziss selbst vor dem Spiegel, bevor er sein Apartment verlässt und in einer schwach beleuchteten Gasse auf Kunden wartet. Dort begegnet er einer gleichaltrigen Prostituierten, mit der er sich anfreundet. Die beiden geben sich Namen von Blumen: Er nennt sich Tuberose, sie sich Narzisse. Die Fremden, denen sie folgen, bleiben ohne Gesicht und ohne Namen. Bis sich einer der Freier in Tuberose verliebt. Mit Unterstützung von Narzisse umwirbt er den Jungen, der zunächst mit kühler Zurückhaltung reagiert. Doch seine Unnahbarkeit bröckelt.
Bilder die auch einen Text von Jean Genet verzieren könnten, verleihen diesem ausgefallenen Film über die sprachlose Suche dreier Außenseiter nach Nähe seinen besonderen Zauber.

„YE/The Night“, China 2014, 20.11., 0:05, WDR




Diese Website verwendet Cookies und Google Analytics. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK