40 Jahre Schwuz

Das SchwuZ „zwischen Shitstorm und Schutzraum“. SIEGESSÄULE-Diskussion mit prominenten Gästen

Zu schwul, zu lesbisch, zu Mainstream, zu Underground, zu politisch, zu unpolitisch ...? Anspruchshaltungen en masse, denen sich das SchwuZ ausgesetzt sah und noch sieht. „Früher war alles besser?! Das SchwuZ zwischen Shitstorm und Schutzraum“, darüber wollen wir mit euch am 29. September im SchwuZ diskutieren

© Guido Woller

23.09.17 – Zu schwul, zu lesbisch, zu Mainstream, zu Underground, zu politisch, zu unpolitisch und so weiter – nicht nur die SIEGESSÄULE muss sich zeit ihres Bestehens immer wieder mit ähnlichen Kritiken und Anspruchshaltungen auseinandersetzen, sondern auch das SchwuZ. Woran könnte das liegen? Vielleicht daran, dass beide über mehrere Jahrzehnte aus der Community dieser Stadt heraus entstanden und gewachsen sind. Sie sind Berliner Institutionen, zu denen viele LGBTIs eine persönliche und emotionale Bindung aufgebaut haben. Doch wie geht man mit diesem Erbe, dieser Vergangenheit und politischen Gegenwart um? Darüber wollen wir mit euch am 29. September im SchwuZ diskutieren

„Ich geh gar nicht gerne ins SchwuZ. Das alte SchwuZ hatte sich schon überlebt, und jetzt wird es in neuen Räumen fortgesetzt – das haut nicht hin.“ Na, kommt einem dieser Satz nicht bekannt vor? Mal wieder eine dieser nörgelnden Stimmen, die nicht damit klarkommen, dass das SchwuZ vor ein paar Jahren nach Neukölln gezogen ist? Nein! Dieser Satz stammt von einem SchwuZ-Besucher aus dem Jahr 1987, als das Schwulenzentrum gerade an die Hasenheide gezogen war. „Leute im SchwuZ“ titelte SIEGESSÄULE vor genau 30 Jahren im August 1987, Ingo Taubhorn und Elmar Kraushaar waren eine Nacht im damals neuen SchwuZ an der Hasenheide unterwegs und fragten die Gäste nach ihrer Meinung.

Was hätte der befragte Gast wohl gedacht, hätte man ihm gesagt, dass 30 Jahre später, zum 40. Geburtstag des SchwuZ, die SIEGESSÄULE erneut sein Zitat aufgreifen würde? „Das haut nicht hin“ wäre ihm zumindest mit diesem Wissen nicht mehr rausgerutscht. 1987 hatte die Blütezeit des SchwuZ über mehrere Jahrzehnte und diverse Locations schließlich gerade erst begonnen.

Bei dieser kleinen Geschichte geht es vor allem um eine Erkenntnis: Zu jeder Zeit in der bewegten Geschichte des SchwuZ gab es Menschen, die mit einer bestimmten Anspruchshaltung an diese Berliner Institution herangetreten sind, denen Veränderungen oder Neuausrichtungen nicht gefielen und die offensichtlich genau wussten, was da gerade falsch lief. „Früher war alles besser?! Das SchwuZ zwischen Shitstorm und Schutzraum“ heißt dementsprechend unsere Podiumsdiskussion, die wir gemeinsam mit dem SchwuZ zu dessen 40. Geburtstag veranstalten. Wir wollen mit euch über unterschiedliche Ansprüche, Erwartungen und Sichtweisen auf das SchwuZ diskutieren, über den generellen Umgang mit LGBTI-Institutionen, über queere Räume im Wandel. Lasst uns gemeinsam in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen, dabei Herausforderungen benennen und konstruktive Kritik austauschen.

Jan Noll

SIEGESSÄULE präsentiert:
Discodrama“, 29.09., 19:00, SchwuZ
Programm:
19:30: Filmscreening „Mein wunderbares Westberlin“ von Jochen Hick. Im Anschluss: Podiumsdiskussion „Früher war alles besser?! Das SchwuZ zwischen Shitstorm und Schutzraum“. Moderation: Martin Reichert. Gäste: Marcel Weber, Robin Büttner, Mahmoud Hassino, Sigrid Grajek, BeV StroganoV, Jan Noll
23:00: Party




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