Szene

Startschuss für "CSD auf der Spree" 2018: alte Pannen, neue Pläne

Der Vorverkauf für den nächsten "CSD auf der Spree" beginnt im Februar. Was im letzten Jahr schief gelaufen ist und was nun anders und besser werden soll, erzählte uns Organisator Alexander Wippert

Kurze Fahrt: drei Boote der Reederei Riedl mussten letztes Jahr vor einer Schleuse kehrt machen

21.01.18 - Seit 2005 findet, immer im Vorfeld der CSD-Demo, der „CSD auf der Spree“ statt. Dabei schippern Partyboote mehrerer Reedereien durch Berlin. Mit einer feierfreudigen Menge an LGBTI und FreundInnen an Bord sollen sie für Sichtbarkeit auch auf dem Wasser sorgen. Im Sommer letzten Jahres schafften es aber drei der Boote gar nicht bis in die Innenstadt: Vor einer Schleuse fuhren sie stundenlang auf und ab.

Nun soll, im Februar, bereits der Vorverkauf für nächsten Juli starten. Wir sprachen mit Alexander Wippert, einer der beiden Organisatoren des Events, über die Pannen vom letzten und die Ideen für dieses Jahr

Alexander, beim CSD auf der Spree sind 2017 ein paar Dinge schiefgelaufen. Kannst du erzählen, was passiert ist? Im Vorfeld war ein Gewitter mit Hagelsturm angekündigt. Aus Sicherheitsgründen haben wir die Hälfte der Technik auf das Oberdeck und die andere Hälfte auf das Unterdeck gebracht, dadurch war der Sound zum Teil nicht hundertprozentig gut, was die Gäste jedoch akzeptiert haben. Außerdem gab es ein Problem mit drei Booten der Reederei Riedel, die aus unerklärlichen Gründen an der Mühlendammschleuse kehrtmachten und nicht in den Stadtkern fuhren. Die Idee hinter unserer Route ist ja, Ost und West miteinander zu verbinden. Die meisten Schiffe sollten am Treptower Park, die anderen im Westen, zum Beispiel an der Hansabrücke, starten. Die Schiffe sollten sich wie immer in der City begegnen. Wir trafen uns mit dem Chef der Reederei und haben gefragt, was da nicht geklappt hat. Es wurde eingeräumt, dass es neues Personal gab, das nicht richtig instruiert war. Das war in den zwölf Jahren davor anders, die Zusammenarbeit mit der Reederei hat da immer funktioniert.

Auf Facebook hagelte es Kritik von den Passagieren, deren Boote nicht ins Stadtzentrum fahren konnten. Wie seid ihr damit umgegangen? Alle Gäste, die betroffen waren, wurden innerhalb von einer Woche kontaktiert. Wir haben das Angebot geschickt, dass sie die Hälfte ihrer Tickets erstattet bekommen oder einen Gutschein für das nächste Jahr erhalten. Das wurde von den Betroffenen sehr positiv aufgenommen.

Was ist jetzt geplant, was wird dieses Jahr anders sein? Wir wollen einen neuen technischen Leiter einstellen, der von der Bestellung der Schiffe bis zur Technik alles managt. Jeder Club braucht eine andere technische Ausstattung, darauf wollen wir individueller eingehen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Tag auch als Strandparty gestaltet wird. Angedacht für dieses Jahr ist außerdem, ein Symposium zu organisieren, das fragt, welchen Beitrag die LGBTI-Community gesellschaftlich leisten kann. Wichtig ist uns, den CSD auf der Spree politischer werden zu lassen. Es gibt ja auch ein Leben jenseits der Party. Eine Idee wäre zum Beispiel, die Schiffe noch mehr als Fläche für politische Botschaften zu verwenden. Etwa könnte man die Motive und Slogans der CSDs von anderen Städten, in Deutschland und weltweit, mit einbinden. Der Berliner CSD e. V. wird 2018 das führende Schiff mitgestalten.

Interview: Milan Ziebula

Alexander Wippert organisiert seit 2005, gemeinsam mit Partner Daniel Arancibia, den „CSD auf der Spree“




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