Russland

Mascha Alechina von Pussy Riot: „LGBTI stehen auf Putins Liste“

Zwei Jahre saß Mascha Alechina von Pussy Riot im Gefängnis. Ihre Erfahrungen bringt sie nun in einem Theaterstück auf die Bühne. Wir sprachen mit ihr über die aktuelle Situation in Russland

Pussy Riot, 2012 © Igor Mukin (ru.wikipedia.org/wiki/Участник:Игорь_Мухин), CC BY-SA 3.0

19.01.18 – Mit ihrer Protestaktion in der Moskauer Christi-Erlöser-Kathedrale im Jahr 2012 wurde die Punk-Band Pussy Riot international bekannt. Mascha Alechina ist eine der beiden Aktivistinnen, die nach dem Auftritt, bei dem sie ein Punk-Gebet verlasen und sowohl Putin als auch die Kirche kritisierten, zwei Jahre im russischen Gefängnis verbrachten. Ihre Erfahrungen dort hat sie in ihrem kürzlich veröffentlichten Buch „Riot Days – Tage des Aufstands“ verarbeitet. Derzeit ist sie mit dem „Pussy Riot Theatre“ auf Tour und bringt die „Riot Days“ auf die Bühne.

Vor ihrem Auftritt im Berliner SO36 am vergangenen Sonntag hatten wir Gelegenheit, mit Mascha zu sprechen

Mascha, du bist gerade mit dem „Pussy Riot Theatre“ auf Deutschlandtour. Wie läuft es soweit, bist du zufrieden? Es ist sehr interessant. Im September sind wir mit den „Riot Days“ zweimal in Frankfurt aufgetreten und jetzt sind wir das zweite Mal in Deutschland. Ich mag das Publikum hier sehr gerne. Mit dem „Pussy Riot Theatre“ wollen wir zeigen, was die politische Situation in Russland bedeutet, und versuchen, das durch Musik auszudrücken. Wenn das in irgendeiner Weise funktioniert, bin ich sehr froh.

Wie sieht die Situation für LGBTI in Russland aus?
Wenn du schwul oder lesbisch bist, kannst Du auch in Russland umgebracht werden. Das ist kein Geheimnis. Das ist nicht nur in Tschetschenien so, darüber konnte man in den Medien lesen. Es ist schlimmer geworden, besonders seit dem Frühjahr 2015, als Putin damit anfing, nach sogenannten „Feinden“ innerhalb des Landes zu suchen. LGBTI waren unglücklicherweise eine der ersten Zielgruppen auf seiner Liste.

Welche Art von Unterstützung braucht es? Sind Aktionen wie die von Tilda Swinton, die mit der Regenbogenfahne vor dem Kreml posierte, hilfreich? Ich glaube, jede Form von Aktivismus kann helfen. Man kann nie wissen, was die Konsequenz von einer vermeintlich kleinen Aktion sein wird – wie Pussy Riot uns gelehrt hat. Man muss es einfach machen. Diese Situation braucht internationale Solidarität. Alle, die LGBTI-Kontakte in Russland haben: unterstützt sie!

Interview: Mareike Lütge

 

Ein ausführliches Interview mit Mascha findet ihr in der nächsten Ausgabe unseres Schwestermagazins L-MAG, die am 23. Februar erscheint.
l-mag.de




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