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Der Gay Wedding Planner: „Homosexuelle Paare haben oft unkonventionellere Vorstellungen“

Der Berliner Bernd M. Droste organisiert schwullesbische Hochzeiten. Im Interview hat er uns erzählt, mit welchen Tücken man als Weddingplaner umgehen muss

Weddingplaner Bernd M. Droste © Frank Bertram

15.06.17 – Bernd M. Droste (Foto) ist eigentlich gelernter Koch. Er hat viele Jahre in Gastronomie und Eventmanagement gearbeitet. Seit 2015 ist er selbstständig und organisiert Privatfeiern und Hochzeiten. Seine Klienten und Klientinnen sind sowohl hetero als auch homo, doch hauptsächlich wird er von schwulen Paaren engagiert. Bernd M. Droste organisiert von der Suche nach der richtigen Location bis hin zum passenden Floristen alles. Im Interview hat er uns erzählt, mit welchen Tücken man als Weddingplaner umgehen muss

Du planst und organisierst Hochzeiten für homosexuelle Paare, aber auch für Heteros. Gibt es da einen Unterschied in der Herangehensweise? Eine Hochzeit ist in erster Linie eine Feier mit Freunden und Familie. Vor allem die Eltern des Paares haben oft eine genaue Vorstellung, was sie sich für ihre Kinder wünschen. In den meisten Fällen ist die Familie natürlich selbst nicht queer und das kann dann kompliziert werden. Die homosexuellen Paare haben oft unkonventionellere Vorstellungen, die ihre Eltern nicht immer teilen. Es ist dann meine Aufgabe, als Puffer zu agieren und dafür zu sorgen, dass das queere Paar auch eine Hochzeit nach seinen Wünschen bekommt.

Bisher hast du erst eine lesbische Hochzeit organisiert. Wie kommt das? Ich bekomme hauptsächlich Anfragen von schwulen Paaren. Aber man kann tatsächlich die Klischeeschublade aufmachen und sagen, dass lesbische Paare einfach seltener opulent heiraten. Viele gehen aufs Standesamt und wollen danach einfach in kleinem Kreis etwas Privates unternehmen.

Wie gehst du vor bei deiner Planung?
Ich nehme mir viel Zeit, das Hochzeitspaar kennen zu lernen. Ich lade die beiden zum Essen ein und koche etwas Schönes. Wir unterhalten uns und ich kann herausfinden, wie die beiden ticken. Dann greife ich auf mein Netzwerk zurück und kontaktiere Floristen, Catering-Service usw. und suche nach passenden Locations. Ich stelle eine Auswahl zusammen, von der ich denke, dass sie zum Paar und dessen Wünschen passen könnte, und präsentiere das Ganze.

Es gibt immer noch keine Ehe für alle. Hast du den Eindruck, das schmälert die Freude deiner KlientInnen? Der ganze politische Aspekt der Gleichstellung spielt für meine KlientInnen meist keine Rolle mehr. Die Entscheidung zu heiraten haben sie, wenn wir sprechen, ja bereits getroffen, und es geht ihnen hauptsächlich um ihr gemeinsames Glück. Sie möchten zeigen, dass sie zusammengehören.

Glaubst du trotzdem, dass die Nachfrage ansteigen würde, wenn es die Ehe für alle gäbe? Ja. Bereits als die steuerliche Gleichstellung für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen wurde, haben sich in der Folge deutlich mehr schwule Paare das Jawort gegeben und das dann auch gefeiert.

Interview: Kaey

Weitere Infos:
thedaytoremember.de
gaywedding.de