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„Herr von Bohlen privat“: Film über den schwulen Krupp-Erben

Arndt von Bohlen und Halbach führte ein Jetset- und Partyleben. Glücklich war er nicht, wie man unter anderem in dem Dokudrama erfährt, das auch sein Liebesleben thematisiert

Arne Gottschling spielt von Bohlens Liebhaber © Florianfilm

30.12.17 – Das Dokudrama von André Schäfer („Rock Hudson – Schöner fremder Mann“) erzählt die Geschichte des letzten Spross' einer Dynastie, deren Waffen unzählige Menschen in zwei Weltkriegen getötet haben. Arndt von Bohlen und Halbach ist der letzte Krupp. Unwillig, die Erwartungen von Familie und Firma zu erfüllen, verzichtet der schwule Industriellensohn 1966 auf ein Firmenerbe von dreieinhalb Milliarden Mark. Oder ist der Verzicht darauf doch eher erzwungen, weil ihm niemand die Führung eines Konzerns zutraut? Mit der  jährlichen Apanage von zwei Millionen Mark finanziert Arndt jedenfalls einen aufwendigen Lebensstil, jettet durch die Weltgeschichte. In den 60er und 70er Jahren ist er das Enfant terrible der bundesrepublikanischen Society und Lieblingsaufreger der Boulevardpresse als „reichster Frührentner Deutschlands“– im weißen Pelzmantel. Wobei damals seine Homosexualität nicht zur Sprache kommt ...
„Herr von Bohlen privat“ ist weder Dokumentar- noch Spielfilm. Ein Reporter begleitet Arndt von Bohlen in einer inszenierten Reise Ende der 1970er Jahre an verschiedene Orte seines Lebens, lässt wichtige Zeitgenossen und Lebensgefährten zu Wort kommen. Unter ihnen sind Fritz J. Raddatz, Klatschreporter Michael Graeter sowie Henriette von Bohlen und Halbach.
In den Spielszenen verköfpert Arnd Klawitter Arndt von Bohlen und Halbach, Arne Gottschling seinen Lover.
Für Helmut Bergers Rolle des Martin von Essenbeck in Viscontis „Die Verdammten“ war von Bohlens Leben die Inspration.

„Herr von Bohlen privat“, D 2015, 02.01.18, 23:25, ARTE




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