SIEGESSÄULE präsentiert:

Gegen eine „männerdominierte Musikindustrie": Das Festival „We Make Waves"

Das Festival „We Make Waves" will Produktives für Frauen und Queers in der Musikindustrie leisten. Wir sprachen mit Co-Organisatorin Caoimhe McAlister über cis männliche Dominanz im Musikbusiness

Zum Line-up von „We Make Waves" gehören unter anderem auch die amerikanische trans Künstlerin Ah Mer Ah Su

05.11.17 – Um Frauen, trans* und non-binären Personen in der Musikindustrie eine Plattform zu geben, hat Projektmanagerin Caoimhe McAlister zusammen mit Melissa Pearls das Festival „We Make Waves“ ins Leben gerufen. Vom 09. bis zum 11.11 finden Konzerte verschiedenster Genres, Konferenzen und Workshops zu Themen wie „Women in music and tech", „Creating safer spaces" oder „Financing creativity" statt.

Wir sprachen mit Caoimhe über Männerdomänen in der Musik und dem Versuch, ihnen mit dem Festival etwas entgegenzusetzen. 

Caoimhe, wie kam es zu der Idee, ein feministisches Musikfestival zu organisieren? Melissa und ich haben uns 2015 auf dem Reeperbahn Festival getroffen. Dort gab es drei Veranstaltungen für Frauen. Wir waren positiv überrascht und stellten fest, dass wir das ziemlich vermissen. Also haben wir darüber nachgedacht wie es wäre, ein Festival zu machen, bei dem es explizit um Geschlechter-Diversität geht. Zwei Jahre später ist es Realität geworden und wir planen, es nächstes Jahr in einer anderen Stadt zu wiederholen.

Dürfen nur Frauen, trans* Personen und Non-Binaries zum Festival kommen?
Es wird ein paar Workshops geben, die cis Männer ausschließen, doch abgesehen davon sind alle unabhängig vom Geschlecht willkommen.

Wie sehen die Geschlechterverhältnisse in der Musikindustrie aus? Manche Leute finden ja, die Musikindustrie sei nicht sexistisch – schließlich gibt es Beyoncé und Adele. Doch hinter dieser Sichtbarkeit verbirgt sich eine riesige, undurchlässige, männerdominierte Musikindustrie. Wenn Experten oder Manager gefragt sind, werden meist Männer empfohlen.

Cis Männer werden eher als Autoritätspersonen wahrgenommen und ihnen oft mehr Vertrauen geschenkt. Was kann „We Make Waves“ dagegen tun? Wir bieten eine Plattform, die eben nicht zu 70 % cis männlich ist. Unser Ziel ist es, verschiedene Menschen zusammenzubringen – von DIY-KünstlerInnen bis Profis, damit sie ihre Musik präsentieren und sich vernetzen können. Die Labels, die wir vorstellen, sind natürlich nur solche, die Frauen, trans Leute und Non-Binarys unter Vertrag nehmen würden. Der Workshop „Confident Communication: From Negotation To Self-promotion“ hilft eben diesen Menschen, sich selbst zu behaupten. Im Idealfall soll eine Community entstehen, die der nächsten Generation den Einstieg in die Musikbranche erleichtert.

Welche Highlights darf man nicht verpassen? Die Ambient-Künstlerin Julianna Barwick, die Punk-Ikone Meredith Graves von Perfect Pussy, The Chicks (Chicks on Speed), die trans Electronic-Musikerin Ah Mer Ah Su oder die französische Popkünstlerin Cléa Vincent. Was die Konferenzen angeht, da freuen wir uns schon sehr auf den Vortrag von JD Samson und die Paneldiskussion „Media Takeover“ über die Verantwortung der Medien, den Status Quo in Frage zu stellen.

Was tut ihr, um zugänglich und inklusiv zu sein? Uns war es sehr wichtig, beim Line-up Non-Binarys und trans feminine Menschen einzubeziehen. Außerdem finden wir, dass es nicht an Geld scheitern darf: Wir vergeben gesponserte Freikarten, für die man sich anmelden kann. Frauen, trans Personen und Non-Binarys stehen bei der Vergabe an erster Stelle.

Interview: Paula Balov

Siegessäule präsentiert:

We Make Waves Festival
09.–11.11., Konzerte, Konferenzen und Workshops
St. Elisabeth Kirche, Villa Elisabeth und Acud Macht Neu

Panel-Diskussion zu Medien und Musikindustrie
09.11., 11:00
Villa Elisabeth
Moderation: Sonja Eismann (Missy Magazine)
Mit SIEGESSÄULE-Chefredakteur Jan Noll u. a.

wemakewaves.de
Link zur Facebook-VA




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